Samstag, 2. Februar 2019

Sind Steuerberater heutzutage noch erforderlich?

Vorneweg: ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit Steuerberatern. Und alle Geschichten, die ich hier erzähle sind persönliche Erlebnisberichte, also nicht angreif- und klagbar. Und das kann ich auch beweisen; sie sind bei teilweiser Beteiligung anderer Menschen passiert oder andernfalls ausreichend dokumentiert.

Ich frage mich immer wieder, was ist los mit diesem Berufsstand: Innerhalb der letzten ca 12 Jahre habe ich, aus persönlichen und aus beruflichen vermeintlichen Erfordernissen heraus, 8 oder 9 «Steuerberater» ausprobiert, stets hoffend, diese würden mir (als eigener Unternehmer) oder der von mir vertretenen Organisation (als Organ) das stets drohende Damoklesschwert einer Steuerprüfung wegzaubern können.

Dabei: Was ist so fürchterlich an einer Steuerprüfung? Das Bild des Finanz-Bluthundes, der nur darauf aus ist den Steuerpflichtigen zu zerfleischen, das stimmt einfach nicht. Ich habe seit fast 50 Jahren selbständigen Unternehmertums mit diesen Menschen zu tun und ich habe nur gute Erfahrungen gemacht: Finanzamtsbedienstete, Vollzugsorgane, «Exekutoren» (welche Wörter haben wir für diese Leute?) haben überwiegend mit Menschen zu tun, die sie als Feinde sehen und die es gilt, so gut wie möglich anzulügen.

Trotzdem sind alle, mit denen ich zu tun hatte und habe (und das sind und waren nicht gerade wenige!), stets freundlich, entgegenkommend, konziliant, verständnisvoll und verhandlungsbereit. Und das ist nicht nur meine Meinung alleine, die meisten meiner Geschäftspartner sehen das ebenso. Ich bin nicht sicher, ob ich ihre Situationen auch nur annähernd so gut hin bekäme.

Auf der anderen Seite habe ich seit mehr als 12 Jahren mit «Steuerberatern» zu tun, denjenigen Menschen, die uns vor den «Bluthunden» des Finanzamts beschützen sollen. Eine Steuerberaterin erklärte mir, was ich von ihr wolle, darin sei sie nicht ausgebildet (die Behandlung von unternehmerisch tätigen Vereinen), sie brauche dafür eine Zusatzausbildung und sie könne erst dann mit der Betreuung meiner Angelegenheiten beginnen, wenn ich zugestimmt hätte, diese Ausbildung zu bezahlen (allen Ernstes!), ein anderer kann nicht zwischen den Bestimmungen für Vereine und GmbHs unterscheiden, wieder ein anderer (wurde mir persönlich empfohlen) hat mehr als 4 Monate einer überfälligen Buchhaltung gar nichts gemacht, wir haben die Ordner genau so wieder abgeholt, wie wir sie zuvor hingestellt hatten. Wieder eine andere übernahm uns selbst und mehrere unserer Mitgliedsbetriebe zur Betreuung. Nach Monaten bereits laufender Zusammenarbeiten erhielten wir alle, insgesamt 6 Betriebe, ein Mail, dass sie ab sofort (gesetzeswidrig!) nicht mehr für uns tätig sein wolle.

Ohne die werte Leserschaft meines BLOGs langweilen zu wollen stelle ich die Frage: Wozu soll es erforderlich sein, dass wir jeder einen Steuerberater zu brauchen glauben (ist nicht Vorschrift!), Kleinstunternehmen, die wir sind? Es gibt nichts, worin wir zu beraten wären; etliche von uns machen weniger als 1.500 € Umsatz /Monat, was soll da beraten werden? Noch dazu aus solcher Inkompetenz und ignoranten Haltung heraus? Ich sehe ein, dass es bei hochkomplexen Firmenverschachtelungen, die auch vielleicht über mehrere Kontinente reichen, einer — hochkompetenten! — Beratung bedarf, aber bei uns, den ca 200.000 Kleinstbetrieben in Österreich? Wo wir noch dazu meistens unsere Buchhaltung selbst auf mittlerweile sehr ausgefeilter Software machen, die manchmal auch schon mit KI operiert (die die Natürliche Intelligenz mancher Fachleute wahrscheinlich deutlich zu übertreffen vermag).

Die oben erwähnten, ach so bösen Finanzbediensteten sind zur Information und Hilfestellung dem Steuerpflichtigen gegenüber gesetzlich verpflichtet und tun das meistens sehr gerne und immer gratis.

Ich kann daher nur dafür plädieren: Vergiss den Steuerberater, wende Dich gleich an den für Dich zuständigen Steuerreferenten beim Finanzamt und stelle ein wohlwollendes Verhältnis zu ihm her, Achte ihn für seine Kompetenz (die er zweifelsfrei hat) und bedanke Dich für seine Unterstützung, Geduld und Freundlichkeit.

Diese Wertschätzung kommt mit großer Wahrscheinlich sehr viel passender dort an, wo sie zutreffend ist, und das ist nach meiner Erfahrung eher viel seltener (und viel teurer) beim Steuerberater.

Oder werde Mitglied bei uns, dann hast Du die Beratungsleistungen imrahmen Deiner Mitgliedschaft bei uns gratis.

http://unternehmensvereine.eu
Wir betreuen seit 2015 mehr als 100 Mitglieder in ganz Österreich aus allen Branchen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen