Freitag, 8. Februar 2019

Aus dem Alltag eines Tagesorganisators in der AAO-Kommune (1. Teil von mehreren)

Immer wieder werde ich gefragt, wieso ich so sicher bin, wenn es um Eigentumsfreiheit geht und darum, wie es denn möglich sei, ein Leben ohne Geld und ohne Bezahlung?

Es ist mir deshalb so gewiss, weil ich selbst in einer solchen Gemeinschaft gelebt habe, mehr als 6 Jahre lang. Und fast 1½ Jahre davon habe ich den Betrieb dort als sogenannter Tagesorganisator (TO) auch organisatorisch geleitet.

Und dieser Artikel nun ist ein kleiner Eindruck aus dem Tagesgeschehen. Vorneweg: Samstag, Sonntag, Feiertag, Urlaub, etc hat es nicht gegeben. Schon alleine deshalb nicht, weil es uns nicht interessiert hat, irgendwo anders zu sein als bei und mit uns selbst zu Hause.


Am Vorabend war ich etwa um 1:00 Uhr schlafen gegangen. Meine Frau war schon lange entschlummert und würde sich am nächsten Morgen sicherlich wieder bei mir beschweren, dass ich nicht rechtzeitig ins Bett gekommen war.

Mein Wecker tat seinen Dienst um 5:00 Uhr früh. Auch jetzt konnte ich meiner Frau nicht zu Diensten sein, weil sie noch weiter schlafen wollte. Ich verließ das Bett, und nach dem Duschen begann ich die Küchenleute zu wecken. Für sie begann der Tag eine Stunde vor dem allgemeinen Aufstehen. Sie würden sich nach dem Mittagessen hinlegen können. Der Frühstücksplan war täglich ziemlich gleich, sodass keine großen organisatorischen Herausforderungen zu tätigen waren; bloß ein neues Mitglied musste eingewiesen werden. Das wurde von der jeweiligen Arbeitsgruppe selbst organisiert.
Während das Frühstück vorbereitet wurde — während des Sommers wurden zeitweise bis zu 700 Menschen 3x täglich verköstigt — ging ich den leicht ansteigenden Weg zum Hügel hoch, wo der Schüttkasten stand. Die Sonne kam mir entgegen und es wurde langsam wärmer.

Ich ging in den zweiten Stock, wo ein großer und mehrere kleinere Räume und auch ein Klavier. auf mich warteten. Ich begann zu spielen, wobei ich die Wettervorschau für den heutigen Tag laut vorsang um die Menschen auf eine erfreuliche Weise langsam zu wecken.

Auf dem Friedrichshof konnte fast jeder zumindest ein bisschen Klavierspielen. Es war sehr beliebt, man konnte nach kurzer Übung etwas Flottes hören lassen und selbst dazu singen. Sogar unsere Kinder klimperten und tanzten dazu mit Begeisterung.

Langsam kamen die ersten Menschen zum Vorschein, da es Sommer war, vorwiegend Nackte. Aus einigen Zimmern konnte man hören, dass Sex am Morgen bei uns gerne gelebt wurde. Mit schlechtem Gewissen dachte ich an meine Nachtgefährtin, die mich bis jetzt noch nicht gesehen und gespürt hatte und ich machte mich auf den Weg zurück ins untere Haus, wo sie wahrscheinlich schon auf mich wartete.

Ein neuer Tag auf dem Friedrichshof hatte begonnen.

ENDE DES TEILS 1







Samstag, 2. Februar 2019

Sind Steuerberater heutzutage noch erforderlich?

Vorneweg: ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit Steuerberatern. Und alle Geschichten, die ich hier erzähle sind persönliche Erlebnisberichte, also nicht angreif- und klagbar. Und das kann ich auch beweisen; sie sind bei teilweiser Beteiligung anderer Menschen passiert oder andernfalls ausreichend dokumentiert.

Ich frage mich immer wieder, was ist los mit diesem Berufsstand: Innerhalb der letzten ca 12 Jahre habe ich, aus persönlichen und aus beruflichen vermeintlichen Erfordernissen heraus, 8 oder 9 «Steuerberater» ausprobiert, stets hoffend, diese würden mir (als eigener Unternehmer) oder der von mir vertretenen Organisation (als Organ) das stets drohende Damoklesschwert einer Steuerprüfung wegzaubern können.

Dabei: Was ist so fürchterlich an einer Steuerprüfung? Das Bild des Finanz-Bluthundes, der nur darauf aus ist den Steuerpflichtigen zu zerfleischen, das stimmt einfach nicht. Ich habe seit fast 50 Jahren selbständigen Unternehmertums mit diesen Menschen zu tun und ich habe nur gute Erfahrungen gemacht: Finanzamtsbedienstete, Vollzugsorgane, «Exekutoren» (welche Wörter haben wir für diese Leute?) haben überwiegend mit Menschen zu tun, die sie als Feinde sehen und die es gilt, so gut wie möglich anzulügen.

Trotzdem sind alle, mit denen ich zu tun hatte und habe (und das sind und waren nicht gerade wenige!), stets freundlich, entgegenkommend, konziliant, verständnisvoll und verhandlungsbereit. Und das ist nicht nur meine Meinung alleine, die meisten meiner Geschäftspartner sehen das ebenso. Ich bin nicht sicher, ob ich ihre Situationen auch nur annähernd so gut hin bekäme.

Auf der anderen Seite habe ich seit mehr als 12 Jahren mit «Steuerberatern» zu tun, denjenigen Menschen, die uns vor den «Bluthunden» des Finanzamts beschützen sollen. Eine Steuerberaterin erklärte mir, was ich von ihr wolle, darin sei sie nicht ausgebildet (die Behandlung von unternehmerisch tätigen Vereinen), sie brauche dafür eine Zusatzausbildung und sie könne erst dann mit der Betreuung meiner Angelegenheiten beginnen, wenn ich zugestimmt hätte, diese Ausbildung zu bezahlen (allen Ernstes!), ein anderer kann nicht zwischen den Bestimmungen für Vereine und GmbHs unterscheiden, wieder ein anderer (wurde mir persönlich empfohlen) hat mehr als 4 Monate einer überfälligen Buchhaltung gar nichts gemacht, wir haben die Ordner genau so wieder abgeholt, wie wir sie zuvor hingestellt hatten. Wieder eine andere übernahm uns selbst und mehrere unserer Mitgliedsbetriebe zur Betreuung. Nach Monaten bereits laufender Zusammenarbeiten erhielten wir alle, insgesamt 6 Betriebe, ein Mail, dass sie ab sofort (gesetzeswidrig!) nicht mehr für uns tätig sein wolle.

Ohne die werte Leserschaft meines BLOGs langweilen zu wollen stelle ich die Frage: Wozu soll es erforderlich sein, dass wir jeder einen Steuerberater zu brauchen glauben (ist nicht Vorschrift!), Kleinstunternehmen, die wir sind? Es gibt nichts, worin wir zu beraten wären; etliche von uns machen weniger als 1.500 € Umsatz /Monat, was soll da beraten werden? Noch dazu aus solcher Inkompetenz und ignoranten Haltung heraus? Ich sehe ein, dass es bei hochkomplexen Firmenverschachtelungen, die auch vielleicht über mehrere Kontinente reichen, einer — hochkompetenten! — Beratung bedarf, aber bei uns, den ca 200.000 Kleinstbetrieben in Österreich? Wo wir noch dazu meistens unsere Buchhaltung selbst auf mittlerweile sehr ausgefeilter Software machen, die manchmal auch schon mit KI operiert (die die Natürliche Intelligenz mancher Fachleute wahrscheinlich deutlich zu übertreffen vermag).

Die oben erwähnten, ach so bösen Finanzbediensteten sind zur Information und Hilfestellung dem Steuerpflichtigen gegenüber gesetzlich verpflichtet und tun das meistens sehr gerne und immer gratis.

Ich kann daher nur dafür plädieren: Vergiss den Steuerberater, wende Dich gleich an den für Dich zuständigen Steuerreferenten beim Finanzamt und stelle ein wohlwollendes Verhältnis zu ihm her, Achte ihn für seine Kompetenz (die er zweifelsfrei hat) und bedanke Dich für seine Unterstützung, Geduld und Freundlichkeit.

Diese Wertschätzung kommt mit großer Wahrscheinlich sehr viel passender dort an, wo sie zutreffend ist, und das ist nach meiner Erfahrung eher viel seltener (und viel teurer) beim Steuerberater.

Oder werde Mitglied bei uns, dann hast Du die Beratungsleistungen imrahmen Deiner Mitgliedschaft bei uns gratis.

http://unternehmensvereine.eu
Wir betreuen seit 2015 mehr als 100 Mitglieder in ganz Österreich aus allen Branchen!